Tiefdruck Intensivkurs
Bei Tiefdruckverfahren ritzt oder ätzt man Linien und Strukturen in eine Druckplatte ein. Danach wird die Platte mit Druckfarbe eingefärbt und abgewischt, sodass Farbe in den Vertiefungen zurückbleibt. Die Platte wird dann mit Papier bedeckt, durch die Druckpresse gegeben und so wird die Farbe auf das Papier übertragen: der Druck entsteht.
In diesem Intensivkurs lernt ihr drei zentrale Tiefdruckverfahren kennen: Radierung, Aquatinta und Zuckertusche. An drei Terminen bekommt ihr genug Zeit und Raum, die Techniken in Ruhe auszuprobieren und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie sie sich auf eure Drucke auswirken. Der Kurs ist auch dazu da, um euer Selbstvertrauen im Druckprozess zu festigen. Wenn ihr schon erste Erfahrungen habt, könnt ihr sie im Kurs auffrischen oder vertiefen. Bringt einfach Vorfreude mit und Lust auf Experimente!
Was ihr lernen werdet:
- Platten vorbereiten, Zeichnungen übertragen
- Erzeugung von Halbtönen auf der Platte durch die Arbeit mit Ätzsäure
- Wie ihr verschiedene Texturen auf einer Platte herstellt
- Die richtige Vorbereitung und Durchführung des Drucks für optimale Ergebnisse
- Experimentieren mit verschiedenen Versionen der selben Platte
Wie der Kurs abläuft:
1. Termin: Linienätzung
Ihr lernt, wie ihr Druckplatten für eure Radierungen vorbereitet. Anschließend übertragt ihr eure Zeichnungen auf die Platten und tunkt sie in Säure, bevor gedruckt wird. Die Grundlagen der Radierung setzt ihr hier direkt im Lernprozess um. Ihr konzentriert euch in dieser Session auf Linienzeichnungen: Vom mininalistischen Umriss bis zur detaillierten Zeichnung seid ihr frei in der Motivgestaltung.
2. Termin: Aquatinta
Aquatinta ist eine Erweiterung der Radierung und hat für die Druckgrafik ähnliche Effekte wie Aquarellfarben. Unsere Aquatinta-Session geht besonders auf Tonwertabstufungen ein. Hier lernt ihr, wie ihr auf der Druckplatte verschiedene Töne eure Platte erzeugt und wie ihr die Platte für die anschließende Säurebehandlung richtig vorbereitet. Außerdem übt ihr, verkehrt herum zu denken. Das ist auch für andere Drucktechniken sehr hilfreich.
3. Termin: Zuckertusche
Die Zuckertusche-Technik ist ein Druckverfahren, bei dem man direkt auf eine Metallplatte malt – fast wie auf Papier – und dabei trotzdem die reiche Tonwertigkeit einer Radierung erzielt.
In dieser Session lernt ihr, wie man sein Motiv mit einer speziellen zuckerhaltigen Tusche auf die Platte zeichnet und die Platte anschließend mit einem schützenden Ätzgrund überzieht. Danach wird die Zeichnung in einem Wasserbad „abgesprengt“, sodass das Motiv als blankes Metall sichtbar wird. Zum Schluss wird die Platte mithilfe von Kolophonium und Säureätzung fertiggestellt. So erreicht ihr weiche oder texturierte Tonwerte.
Für wen ist der Kurs gedacht?
Teilnehmende, die verschiedene Methoden der Radierung kennenlernen und ihre Kenntnisse im Tiefdruck vertiefen möchten.
Ihr solltet grundlegende Zeichenkenntnisse mitbringen, da sich der Kurs auf die Übersetzung von Bildideen in Druckprozesse konzentriert.
Was ihr mitbringen solltet:
- Druckplatten
- Druckpapier (kann auch vor Ort erworben werden)
- Tarlatan
Für den Druck ist es am Besten, wenn das Papier zu 100 % aus Baumwolle besteht, säurefrei und feinstrukturiert ist, mit einem Gewicht von 150–300 g/m², abhängig von der Technik. Leichteres Papier eignet sich in der Regel besser für Handdrucktechniken, während schwereres Papier besser für den Maschinendruck geeignet ist.
Was enthalten ist:
- Farben
- Lösungsmittel
- Zeitungspapier
Gut zu wissen:
- Eine Stornierung ist bis 72 Stunden vor Kursbeginn kostenfrei möglich.
- Ab 72 Stunden vor Kursbeginn können wir den Kursbeitrag bei Absagen oder Nichterscheinen leider nicht mehr erstatten.
- Private Gruppenkurse und 1:1 Sessions sind auf Anfrage möglich.